HMM 2026, Bezirksliga A: 1,5:6,5 gegen den Tabellenführer
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Am 8. Mai bekamen wir Besuch von HSK 12, dem Tabellenführer. Vorher hatten wir 7 Mannschaftspunkte und Platz 4, der HSK 10 Punkte und eine ungeschlagene Saison. Außenseiterrolle also, aber mit der Hoffnung, dem Spitzenreiter zumindest ein paar Brettpunkte abzuknöpfen.
Hat dann eher mittel geklappt.
An Brett 8 wurde persönliche Schach-Geschichte geschrieben. Leo spielte seine erste Langzeitpartie überhaupt. Bisher nur Online-Blitz mit 1700 Elo, was sich auch zeigte: Den Anfang der Partie hatte er nicht mitgeschrieben und kopierte später kurzerhand vom Notationsblatt seines Gegners. Pragmatisch. Auf dem Brett legte Leo dann los wie ein Blitzer: voll auf Angriff, völlig furchtlos. Er überrumpelte seinen Gegner, holte sich zwei Mehrbauern und parkte seine halbe Kavallerie in der gegnerischen Hälfte. Eine Sensation lag in der Luft. Dann schlug die fehlende Erfahrung zu: Erst stellte Leo seinen Springer ein, später noch die Qualität. Aus Sieg wurde Niederlage. Die Erfahrung bleibt, und die zählt langfristig mehr.
An Brett 4 spielte Thorsten gegen ein junges Talent. Thorsten hatte gegen Ende sogar ein Matt auf dem Brett. Genauer gesagt: fast. Es fehlte ein Tempo. Sein Gegner nutzte die Lücke und drehte den Spieß mit einer präzisen Schachfolge um. Aus dem Matt wurde ein Mattgesetzt-Werden. Bittere Pille.
Paulo eröffnete an Brett 6 mit der Bishop's Opening und bekam von seinem Gegner den Philidor-Konterangriff vorgesetzt. Im 10. Zug griff Paulo mit f3 etwas zu nachdrücklich nach dem Zentrum, was die Stellung schwächte. Sein Gegner revanchierte sich gleich mit einem eigenen Patzer (10...Lh5??), den Paulo mit dxe4 hätte hart bestrafen können. Stattdessen Lg5. Zwei Züge später dieselbe Geschichte: dxe4 wäre weiterhin stark gewesen, Paulo zog Lh4. Dreimal nicht zugegriffen, dreimal abgewinkt. Im 14. Zug dann der entscheidende Fehler. Paulo schlug mit 14. Sxd5 einen Bauern, übersah aber, dass sein Gegner nach 14...Dxd4! eine ganze Figur kassierte (Lc5 hatte den Springer auf d4 gepinnt). Paulo holte sich mit Sc7 und Sxa8 noch einen Turm zurück, aber der eigentliche Schaden war ein anderer: Im Damentausch entstand ein schwarzer Freibauer auf d3, der lustig in Richtung Umwandlung marschierte. Mit Be3, Lg6 und Sa5 schloss sein Gegner den Sack systematisch zu, und als der Bauer auf d2 stand und das schwarze Spiel komplett koordiniert war, gab Paulo auf.
Larissa lieferte sich an Brett 7 das ruhigste Spiel des Tages. Cambridge Springs, solide Entwicklung, keinerlei Drama. Ihr Gegner hatte zwischendurch leichten Vorteil, ließ ihn aber wieder schleifen. Nach Damentausch landete man in einem ausgeglichenen Endspiel und einigte sich im 30. Zug auf Remis. Der einzige halbe Punkt des Tages für uns.
Unser Mannschaftsführer Maxi traf an Brett 2 auf ein besonderes Kaliber. Sein Gegner hat eine DWZ von 2063 und gilt als der derzeit beste 2015er Deutschlands. In Worten: zehn Jahre alt. Maxi kämpfte beherzt, doch Aras spielte zu präzise. Niederlage, aber mit Stil.
An Brett 1 bekam Lennart mit Schwarz früh einen Mehrbauern serviert, weil sein Gegner in der Eröffnung zu locker stand. Sein Gegner bot daraufhin Remis an. Lennart, mit Vorteil und gutem Gefühl, lehnte ab. Eine Entscheidung mit langer Halbwertszeit, denn ab dem Moment lief die Partie gegen ihn. Lehre der Partie: Wenn ein gut gemeintes Remisangebot kommt, hat das manchmal seine Gründe.
Tores Partie an Brett 5 war Achterbahn pur. Erst verlor er die Qualität, dann gewann er sie zurück. Im Endspiel lag er sogar mit Zeit vorn. Doch dann übersah er eine Taktik die ihm den Sieg gebracht hätte, und kurz darauf, als wäre einmal nicht genug, stellte er einzügig den Turm ein. Aufgabe.
An Brett 3 gabs endlich einen Sieg, und was für einer. Max stand über weite Strecken schlechter, zwischendurch hatte seine Gegnerin drei (!) Mehrbauern. Im Endspiel manövrierte sich Max wieder in eine Verluststellung, kämpfte sich aber mit zähem Widerstand zurück und steuerte ein Dauerschach an. Im entscheidenden Moment wählte Eva intuitiv das falsche Königsfeld, und Max stellte einzügig matt. Schach kann grausam sein. Manchmal ist man auch grausam glücklich.
Endstand: 1,5 : 6,5
Mit dieser Niederlage bleiben wir bei 7 Mannschaftspunkten und rutschen vorläufig auf Platz 5. Vier Mannschaften haben Runde 7 noch vor sich, da kann sich noch einiges sortieren. Als nächstes geht es zu Diogenes 3 (Platz 4). Glückwunsch an HSK 12 zum souveränen Sieg.
Déjà-vu mit Happy End: Erneuter HMM-Sieg dank Ralfs Schlussremis
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22:45 Uhr, 4:3-Führung, und Ralf spielt die letzte Partie mit einer klar ausgeglichenen Stellung. Was sich beim HSK noch in eine Zeitnotschlacht bis Mitternacht entwickelt hatte, ist bei Königsspringer schon um 23 Uhr mit einem Remis zum 4,5:3,5-Mannschaftssieg vorbei.
Der Wettkampf beginnt aber leider mit einer Niederlage, weil Pepe bei seinem Debüt ein Schach übersieht und schnell auf die Verliererstraße gerät. Durch den Einsatz von Pepe und Anton an den letzten beiden Brettern sind wir im DWZ-Schnitt wieder fast 200 Punkte unterlegen. An den anderen Brettern waren die Spielstärken aber sehr ausgeglichen, und so entwickelten sich spannende Partien an den meisten Brettern. Lennart hatte an Brett 1 vier Bauern gegen einen Läufer und holte mit einem Abzugsschach dann auch den Sieg zum 1:1. Maxi konnte nur wenige Minuten später seine druckvolle Stellung mit einer schönen Kombination nach einem Qualitätsopfer zur Führung verwerten und die Tore sogar noch zum 3:1 ausbauen. Er hat seinen Materialvorteil von einer Qualität souverän verwertet.
Anton hat sich über drei Stunden an Brett 8 gegen den nominell deutlich stärkeren Gegner gut behauptet, musste dann aber doch die Niederlage hinnehmen. Mit einer 3:2-Führung im Rücken hat Thorsten seinem Gegner erst einen Bauern und dann eine Qualität abgenommen, das aber mit seiner Königssicherheit bezahlen müssen. Er ist allen gegnerischen Tricks ausgewichen, hat die Damen getauscht und die Partie souverän gewonnen. Max konnte die ganze Partie über nie wirklich den Druck aufbauen, der ihn bisher zu 3,5 aus 4 Punkten geführt hatte, und musste seine erste Niederlage in dieser Saison hinnehmen. Aber den Wettkampf heute wird er verschmerzen können, weil Ralf mit all seiner Erfahrung den letzten halben Punkt gesichert hat und wir mit dem Sieg aktuell sogar bis auf Platz 3 in der Tabelle nach vorne gerückt sind.
Maxi Schrader
Grundschulschachtag: Konstantin holt den Meistertitel mit weißer Weste
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Am 18. April war es wieder so weit: Über 300 Grundschulkinder aus ganz Hamburg packten ihre Schul-T-Shirts aus und zogen zum Grundschulschachtag. Ein buntes Farbenmeer aus Schullogos, mittendrin unsere Partnerschule Genslerstraße in traditionellem Grün. Für viele Schachelschweine war das der Höhepunkt des Schachjahres auf Schulebene, und einige von ihnen machten ordentlich Wirbel um die Tische.
Gruppe 2 (bis 2. Klasse)
Fangen wir mit dem an, was Konstantin am Ende des Tages in den Händen hielt: der Pokal des Hamburger Grundschulmeisters bis 2. Klasse. 7 aus 7. Einziger Spieler im gesamten Turnier mit weißer Weste. Keine einzige Partie abgegeben, keinen halben Punkt verschenkt. Wenn Konstantin im Dezember zur Ehrung ins Rathaus marschiert und der Senatorin die Hand schüttelt, wird er den Weg dorthin vermutlich schon vorher im Kopf geübt haben. Wir freuen uns riesig mit. Fun Fact: Seinem großen Bruder Jonathan gelang vor 3 Jahren das gleiche Kunststück.
Und er war nicht allein. Benedict holte 5 aus 7 und Platz 11. Fynn, der erst wenige Tage vorher in Blankenese bei der HJEM gespielt hatte, legte ebenfalls 5 aus 7 nach und landete auf Platz 23. Zwei Turniere in zwei Wochenenden, Respekt. Fiete kam auf 4 Punkte und Platz 41, Diego ebenfalls 4 Punkte und Platz 55, Elion mit 4 Punkten auf Platz 61. Tom rundete das Ganze mit 3,5 Punkten auf Platz 65 ab. Eine richtig starke Bilanz für die Jüngsten im Verein.
Gruppe 1 (bis 4. Klasse)
In der großen Gruppe mit 167 Teilnehmern spielte Adrina ein Turnier, das sich sehen lassen kann: 6 Punkte aus 7 Runden, Platz 7 in der Gesamtwertung und bestes Mädchen des Turniers. In einem Feld von 167 Kindern unter die Top Ten zu kommen, ist an sich schon eine Hausnummer. Als bestes Mädchen aus der Partie zu gehen, ist die Kirsche obendrauf. Auch Adrina darf sich im Dezember im Rathaus blicken lassen.
Lea griff ebenfalls zu den Figuren und holte 4 Punkte, was am Ende Platz 52 bedeutete. Felix kam auf 2 Punkte und Platz 141. Ein langer Turniertag, bei dem jeder Spieler seine eigene Geschichte mitnimmt.
Wer zukünftig grüne Genslerstraße-Shirts erspäht oder Kinder mit leicht glänzenden Augen Richtung Brett streben sieht, weiß jetzt Bescheid: Da wurde am 18. April ein Stück Hamburger Schachgeschichte geschrieben. Und die Schachelschweine waren mittendrin.
HJEM in Blankenese: Drei Schachelschweine bei der Hamburger Meisterschaft
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Vom 10. bis 12. April wurde in Blankenese um Hamburger Meistertitel gespielt. Die U8 und U10 Meisterschaften standen an, und drei Schachelschweine hatten sich in den Ring geworfen: Fynn in der U8, Lea in der U10w und Konstantin in der U10. Nikolai hatte sich ebenfalls für die U8 qualifiziert, war aber leider spontan verhindert.
Fynn (U8, Platz 19 von 20)
Fynn spielte sein bisher stärkstes Turnier. Nicht vom Ergebnis her, sondern von der Gegnerstärke. Im 20er-Feld der U8 tummelten sich jede Menge Spieler mit DWZ zwischen 800 und 960. Fynn ohne Wertungszahl mittendrin. Das ist ungefähr so, als würde man ohne Schwimmabzeichen ins Wellenbecken springen: aufregend, lehrreich, und man schluckt das eine oder andere Mal Wasser. Nach drei Niederlagen zum Auftakt rappelte sich Fynn auf und holte zwei Siege. 2 aus 7 am Ende. Die nackte Zahl verrät nicht, was dieses Wochenende wirklich war: sieben echte Turnierpartien gegen bewertete Gegner, sieben Mal Notieren, Uhr drücken, Konzentrieren. Das bekommt man in keinem Training.
Lea (U10w, Platz 10 von 14)
Lea kam mit DWZ 950 und einem klaren Plan nach Blankenese. Am Samstag ging der Plan auf: Nach einer Auftaktniederlage folgten drei Siege in Folge, darunter gegen Minxi Zhang (896). 3 aus 4 am Abend, Lea war im Flow. Dann kam der Sonntag. Und mit ihm offenbar ein anderes Schachspiel. Gegen Turniersiegerin Anneke Reichel (1139, am Ende makellose 7 aus 7) war wenig auszurichten, das geht in Ordnung. Aber auch die letzten beiden Runden gingen verloren. 3 aus 7 und Platz 10. Der Samstag hat gezeigt, was Lea kann. Der Sonntag hat gezeigt, dass sieben Runden an einem Wochenende eine ganz eigene Disziplin sind. Die gute Nachricht: Genau das lässt sich trainieren.
Konstantin (U10, Platz 11 von 24)
Konstantins Turnier startete schon am Freitagabend. Die U10 hatte die erste Runde vorgezogen, weil vier Runden am Samstag sonst irgendwann in der Nacht enden. Und Konstantin nutzte den frühen Start: Sieg gegen Simon Mai (1090), direkt mal jemanden mit 100 DWZ-Punkten mehr vom Brett gefegt. Am Samstag ging es weiter. Niederlage gegen Timofey Arkhipov (1439), aber dafür muss man sich nicht schämen. Dafür zwei Siege, unter anderem gegen Leon Chevalier (1262). 3 aus 4 nach dem Samstag, starke Sache. Und dann der Sonntag. Es ist ein Muster, das sich durch dieses Wochenende zieht: Der Sonntag hatte es in sich. Konstantin fing an zu blitzen, wo Geduld gefragt war, und ließ Geschenke der Gegner links liegen. Ein Remis gegen Jonas Rinck (1244) war noch drin, aber insgesamt nur ein halber Punkt am letzten Tag. 3,5 aus 7 und Platz 11 von 24. Klingt vielleicht unspektakulär, ist es aber nicht: Als Dezemberkind im Jahrgang 2017 war Konstantin einer der Jüngsten im Feld. Die meisten Gegner waren über ein Jahr älter. Da sind 3,5 Punkte eine Ansage.
Begleitet wurden unsere drei am Brett von Teasy, die dafür sorgte, dass zwischen den Runden niemand verhungerte oder verloren ging. Die Partieanalyse übernahmen am Samstag Max und am Sonntag Anna und Sarah. Ohne dieses Team im Hintergrund wäre so ein Turnierwochenende nicht machbar. Danke dafür!
Der nächste spannende und erfolgreiche HMM-Wettkampf
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Wir haben Altona zur fünften Runde in der Bezirksliga begrüßt und mussten kurzfristig leider ein Brett freilassen, aber den 0:1-Rückstand glich Luke sehr schnell aus, der seinen Gegner mit einer Gabel überraschte und nach gut einer Stunde schon den ersten Sieg feiern konnte. Kurz danach folgte ein Remis von Till, der in einer optisch guten Stellung keine Möglichkeit hatte, die Stellung zu öffnen und auf Sieg zu spielen.
Die Stellung extrem geöffnet hat Tore, der die gegnerische Grundlinie angegriffen hat, aber dabei etwas zu ambitioniert war und die eigene Königssicherheit vernachlässigte, weshalb wir mit 1,5:2,5 in Rückstand gerieten. Bei diesem Zwischenstand hat der Gegner von Max ein Remis-Angebot abgelehnt, und da die anderen Bretter sehr ausgeglichen standen, bahnte sich eine Niederlage an.
Es entwickelten sich vier spannende Partien und je mehr Zeit verging, desto besser wurden unsere Stellungen. Yannic hat seinen Gegner sehr geduldig überspielt und mit 3 Minuten auf der Uhr den Ausgleich klargemacht. Max hat seinen Gegner mit einer schönen Kombination in dessen Zeitnot zur Aufgabe gezwungen, und plötzlich lagen wir mit 3,5:2,5 vorne.
Lasse hat sich an Brett 8 mit einem schönen Springeropfer aus einer schlechten Position gerettet und in ein ausgeglichenes Turmendspiel abgewickelt. Bevor das Remis aber offiziell vereinbart wurde, hat Maxi an Brett 3 einen zu offensiven Springer des Gegners gewonnen, der plötzlich keine Felder mehr hatte. Sein Gegner ließ danach seine Zeit ablaufen, und damit war unser Sieg gesichert. Das Remis von Lasse rundete im Anschluss einen schönen und spannenden Wettkampf ab, und durch das 5:3 sind wir im Tabellenmittelfeld angekommen.
Der Sieg gegen Altona, die komplett in Bestbesetzung angetreten sind und damit einen DWZ-Schnitt hatten, der 75 über unserem lag, war am Ende verdient und bemerkenswert, weil Altona mit einem Sieg Tabellenführer gewesen wäre. In zwei Wochen entscheidet sich im Wettkampf bei Königsspringer, ob wir in dieser ausgeglichenen Liga den Blick nach oben werfen können oder ob wir weiter um den Klassenerhalt kämpfen müssen.
Maxi Schrader
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