Mitten im Trubel des HJET ging es für unsere erste Mannschaft in der Jugendlandesliga gegen den Aufstiegsfavoriten Königsspringer. Dafür, dass diese Mannschaft in den letzten beiden Jahren denkbar knapp an der Qualifikationsrunde zur Jugendbundesliga vorbeigeschrammt ist, während wir gerade erst in der JLL angekommen sind, war das Ergebnis erfreulich knapp.
An Brett 1 drückte Yannic zwar erfolgreich ...d5 durch – im Sizilianer eigentlich immer ein Erfolg. Trotzdem resultierte die Stellung in einem sehr unangenehmen Turmendspiel, in dem Yannic nach eigener Aussage in Zeitnot seine Festung selbst zerstörte.
Die erste Überraschung gab es an Brett 2. Überraschend war natürlich nicht, dass Lara gewonnen hatte – das sind wir von ihr gewohnt. Doch ausnahmsweise spielte sie mal nicht die längste Partie des Tages. Stattdessen fiel sie in ungefähr einer Stunde mit Springern und Dame auf sehr sehenswerte Weise über den König des Gegners her, nachdem dieser etwas zu viele Bauernzüge am anderen Flügel gemacht hatte.
An Brett 3 war Luke zwar geschätzte 40 cm größer als sein Gegner, hatte dafür aber 400 DWZ weniger. Obwohl er sich in einer immer unangenehmer werdenden Stellung auch nach einem Bauernverlust sehr zäh verteidigte, war die Partie am Ende nicht mehr zu halten.
Viktor war am Vorabend von seinem Mannschaftsführer per Discord ins Bett geschickt worden. Auf den Einwand, dass man ja noch „am Schachen“ sei, entgegnete dieser: „Bringt jetzt eh nichts mehr.“ Mit dieser Aussage sollte er jedoch komplett danebenliegen, wofür er sich hiermit öffentlich entschuldigen möchte. Das nächtliche „Schachen“ brachte nämlich sehr viel: Viktor trieb sich an jenem Abend auf dem YouTube-Kanal von Jan Gustafsson herum, verliebte sich spontan in die Reti-Eröffnung und überraschte am nächsten Morgen seinen Gegner am 4. Brett. Damit sicherte er sich ein Remis gegen den zweiten 1600er in dieser Saison. Kurz nach der Partie war er zwar noch geknickt, dass es nicht für mehr gereicht hatte, doch als er die DWZ seines Gegners erfuhr, erklärte er sich kurzerhand selbst zum „Schachgott“.
Die Eröffnungsphase an Brett 5 lief für Lasse leider weniger erfreulich. Früh musste er Material abgeben, und die einzige Möglichkeit, die Partie auszugleichen, war äußerst schwer zu finden. Lasse zeigte jedoch Kämpferherz, opferte eine Qualität und konnte die Partie zumindest spannend machen. Der Computer (und vermutlich auch er selbst) wird zu keinem Zeitpunkt ein Fan seiner Stellung gewesen sein, aber praktische Chancen und ein Funken Hoffnung bei den Zuschauern gab es allemal. Leider bewahrheitete sich am Ende das Sprichwort: „Opposition; rein ist fein, raus ein Graus.“
Julius hatte sich dankenswerterweise am Abend vorher noch spontan bereit erklärt, an Brett 6 einzuspringen, und lieferte sich eine wahre Schlacht mit seinem Gegner. An allen Ecken und Enden des Brettes tobte ein wildes Hin und Her, in dem die Materialverhältnisse ständig wechselten. Die Partie bot reichlich Schach fürs Auge mit zahlreichen Taktiken und Opferdrohungen. Doch wie es bei solch wilden Partien oft der Fall ist, endete sie friedlich mit einem Remis durch Dauerschach.
Am Ende also ein knappes, aber für Königsspringer verdientes 9:14 (2:4).
1.1 Yannic Böhler |
1-3 |
1.2 Jan Summers |
1.3 Lara Sophie Busch |
3-1 |
1.3 Magnus Grebita |
1.4 Luke Nießen |
1-3 |
1.4 Ove Neelis Braren |
1.5 Viktor Morozov |
2-2 |
1.5 Levi Jonathan Stein |
1.7 Lasse Frey |
1-3 |
1.7 Simon Gebert |
3.1 Julius Woisin |
2-2 |
1.9 Rafael Kolesnikoff |